Selektive Auflösung-Fällung: das Laborverfahren, das nahezu reines PE aus Getränkekartons gewinnt
Neben mechanischem Waschen und Pyrolyse gibt es einen dritten Weg für PolyAl-Recycling: lösungsmittelbasierte selektive Auflösung. Wie es funktioniert.
Das industrielle PolyAl-Recycling ist überwiegend mechanisch. Ein kleiner Teil ist thermisch (Pyrolyse). Ein dritter, wissenschaftlich gut dokumentierter Weg nutzt Chemie: die selektive Auflösung-Fällung (SDP).
Prinzip
Polyethylen löst sich in bestimmten Kohlenwasserstoff-Lösungsmitteln bei 70–90 °C; Aluminium nicht. Filtern, kühlen (PE fällt aus), Lösungsmittel zurückgewinnen.
Verfahren (Pappa et al., 2020)
Schreddern → Auflösen → Fest-Flüssig-Trennung (Aluminium entfernt) → Fällung durch Kühlen → Destillation und Lösungsmittelrückführung.
Warum nicht überall?
Lösungsmittel-Capex + Sicherheit, Energieintensität, ausreichender Composite-Markt für Paletten/Profile/Behälter.
Wo SDP gewinnt
Anwendungen mit niedrigen Aschegrenzen (Blasfolie, Masterbatches), Marken-Kreislaufsysteme, höherer Aluminiumkredit.
Einordnung
SDP und Mechanik sind keine Konkurrenten, sondern komplementäre Stufen der PolyAl-Wertschöpfungskette. Für die meisten Industriekäufer bleibt mechanisches Granulat (Palurec, Plastigram, Recon, GetPolyal) die richtige Antwort.