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    Recycelte Werkstoffe·6 Min Lesezeit·

    Selektive Auflösung-Fällung: das Laborverfahren, das nahezu reines PE aus Getränkekartons gewinnt

    Neben mechanischem Waschen und Pyrolyse gibt es einen dritten Weg für PolyAl-Recycling: lösungsmittelbasierte selektive Auflösung. Wie es funktioniert.

    Selektive Auflösung-Fällung: das Laborverfahren, das nahezu reines PE aus Getränkekartons gewinnt

    Das industrielle PolyAl-Recycling ist überwiegend mechanisch. Ein kleiner Teil ist thermisch (Pyrolyse). Ein dritter, wissenschaftlich gut dokumentierter Weg nutzt Chemie: die selektive Auflösung-Fällung (SDP).

    Prinzip Polyethylen löst sich in bestimmten Kohlenwasserstoff-Lösungsmitteln bei 70–90 °C; Aluminium nicht. Filtern, kühlen (PE fällt aus), Lösungsmittel zurückgewinnen.

    Verfahren (Pappa et al., 2020) Schreddern → Auflösen → Fest-Flüssig-Trennung (Aluminium entfernt) → Fällung durch Kühlen → Destillation und Lösungsmittelrückführung.

    Warum nicht überall? Lösungsmittel-Capex + Sicherheit, Energieintensität, ausreichender Composite-Markt für Paletten/Profile/Behälter.

    Wo SDP gewinnt Anwendungen mit niedrigen Aschegrenzen (Blasfolie, Masterbatches), Marken-Kreislaufsysteme, höherer Aluminiumkredit.

    Einordnung SDP und Mechanik sind keine Konkurrenten, sondern komplementäre Stufen der PolyAl-Wertschöpfungskette. Für die meisten Industriekäufer bleibt mechanisches Granulat (Palurec, Plastigram, Recon, GetPolyal) die richtige Antwort.

    Häufig gestellte Fragen

    Warum nicht dominant?

    +

    Lösungsmittel-Capex, Energie, ausreichender Composite-Markt.

    Wann SDP?

    +

    Niedrige Asche, Markenkreislauf, Aluminiumkredit.

    Kommerziell?

    +

    Pilot; kommerziell = mechanisch.